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Städte

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Im 12. und 13. Jh. wurden in Mitteleuropa sehr viele neue Städte gegründet. Sie waren Ausdruck einer architektonischen und gesellschaftlichen Ordnung. Die städtischen Siedlungen lagen oftmals entlang den Flüssen, die Ortschaften und Regionen verbanden, aber auch schützende Grenzen waren.

Stadtentwicklung im Mittelalter

Im Mittelalter wurden in den Grafschaften vermehrt Burgen (daher 'Bürger') und Wehrkirchen zum Schutz gebaut. In deren Umfeld und an den Handelswegen entstanden Städte (Marktplätze). Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im 12. Jh. erhielten Städte ein eigenes Stadtrecht (Münzrecht, Zollrecht, Marktrecht, etc.). Damit wurden die Bürger freier als die Bauern, wodurch wiederum jede fortschrittliche Entwicklung von den Städten ausging.

Frühmittelalter

Während der Völkerwanderungszeit verfielen die von den Römern erbauten Städte in Mitteleuropa weitgehend. Viele der alten, römischen Stadtkerne wurden im Frühmittelalter aufgegeben und Neugründungen am Rand der ehemaligen Zentren etabliert. Neue Stadtbefestigungen ersetzten die alten, viel zu groß gewordenen Mauern. Wichtigstes Element der Kontinuität waren jedoch die Funktionen als Bischofssitze.

Diese Städte blieben religiöse und kulturelle Zentren, die die spätrömisch-christliche Tradition fortsetzten. Dennoch kam es im Verlauf des Frühmittelalters zu einem fast vollständigen Erlöschen des städtischen Lebens. Als die neuen merowingischen Herrscher vor allem in den Städten Grafen als Verwaltungsbeamte einsetzten, schwand die städtische Selbstverwaltung zusehends.

Karolingerzeit

In der Karolingerzeit ab dem 8. Jh. entstanden Klöster in den Städten, die zu neuen wirtschaftlichen Schwerpunkten wurden. Im weiteren Verlauf der karolingischen Epoche wurden zunächst Bischofsburgen, dann zunehmend auch Königshöfe und Pfalzen in den Städten errichtet. Dazu kamen einige wenige Neugründungen im karolingischen Kernland.

Ottonen

Unter den Ottonen setzte ab dem 10. Jh. eine bescheidene Welle von Neugründungen ein. Um Herrschaftszentren siedelten sich Händler an, die die Oberschicht mit Waren versorgten und sich in Kaufmannsgilden zu organisieren begannen.

Hochmittelalter

Die Anzahl der Städte in Mitteleuropa blieb bis 1100 noch sehr gering. In den bestehenden Städten gab es oft große Freiflächen, auf denen Vieh gehalten wurde. Steinhäuser begannen erst ab dem Hochmittelalter in den Städten zu entstehen. Auch eine Stadtmauer war kaum vorhanden, sondern meist lediglich ein Wall mit Graben. Der weitaus größte Teil entstand in den folgenden 250 Jahren im Verlauf eines allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs.

Ab der Stauferzeit begannen Stadtgründungen zunehmend eine strategische Komponente zu bekommen. Die Könige versuchten ebenso wie die Landesherren mit Städten die eigenen Einnahmen zu verbessern, Menschen aus konkurrierenden Territorien abzuwerben und durch Landesausbau oder Eroberungen erworbene Gebiete zu sichern. Die rege Bautätigkeit förderte Arbeitsteilung und Handwerkskultur. Die Handwerker organisierten sich ab dem 12. Jh. in Zünften oder Zechen. Mit steigendem Handel wurde die Naturalwirtschaft durch Geldwirtschaft abgelöst.

Im 13. Jh. entstand die Hanse, eine Städtevereinigung zur Sicherung von Handel und Seefahrt, mit Kontoren von London bis Nowgorod. Sie wurde zur größten wirtschaftlichen Macht in Nord-Europa, die sogar eigene Kriege führte. Der Widerstand der Reichsfürsten und die Verlagerung des Handels zum Atlantik bewirkten im 16. Jh. ihren Niedergang.

Spätmittelalter

Im Spätmittelalter verdoppelte bis verdreifachte sich die westeuropäische Bevölkerung, neue Anbaugebiete wurden erschlossen, neue Landwirtschaftsmethoden angewendet, Geldwirtschaft und Handel ausgedehnt. Die unter diesen Rahmenbedingungen gegründeten späten Städte werden als „Gründungsstädte“ bezeichnet, die meist durch einen Gründungsakt entstanden und entsprechend einem Entwurf planmäßig ausgebaut wurden.

Die Welle der Stadtgründungen verebbte in der zweiten Hälfte des 14. Jhs. aufgrund der Pestwellen und dem daraus resultierenden Bevölkerungsrückgang. In der Folgezeit wurden nur noch wenige Städte neu gegründet. Aus den "Freien Städten", die sich ihre Freiheit von den Stadtherren (Bischöfe, Fürsten) im Mittelalter erkämpft hatten, wurden meist Freie Reichsstädte; darunter Köln, Frankfurt, Worms, Augsburg, Nürnberg u.a.), die direkt Kaiser und Reich unterstanden. Sie versuchten in Städtebünden ihre Position zu stärken.

Struktur

Typisch für die Kernstadt war die dichte Bebauung mit engen und verwinkelten Gassen. Der Marktplatz , wo nie der Brunnen fehlen durfte war das Zentrum. Entscheidend prägten die Kirchen und Klöster mit ihren Höfen das Stadtbild. Die öffentlichen Gebäude der Bürger erfüllten wichtige Funktionen, dazu zählten das Rathaus am Marktplatz, die Korn- und Salzspeicher, die Kaufhäuser. Unter anderem gab es Trinkstuben für Bürger und Edelleute und öffentliche Badestuben.

In den Städten des Mittelalters spielte sich das Leben hauptsächlich auf den Straßen und Plätzen ab. Der öffentliche Brunnen war Mittelpunkt des alltäglichen Geschehens. Hier besorgte man sich nicht nur Wasser, sondern tauschte auch Informationen aus.

Zur geordneten Struktur der Städte im Mittelalter gehörten auch die bewirtschafteten und genutzten Flächen wie z. B. Äcker und Viehweiden, die Steinbrüche und Lehmgruben außerhalb der Stadtmauer. Auch die Siechenhäuser der Leprakranken waren außerhalb der Stadt.

Flüsse

Wenn möglich wickelten die Leute den Handel auf den Flüssen ab, da der Wasserweg billiger und schneller war, und auch weniger Gefahren barg als die Straße. Sie benutzen dafür kleine Boote, Flöße oder große Kähne. In den Hafenanlagen wurden die Waren umgeschlagen. Die Flussläufe spielten auch deshalb eine wichtige Rolle, weil an ihren Ufern Mühlen und andere mit Wasserkraft betriebene Gewerbe lagen. Auch die Fischerei war ein großer Bestandteil der Nahrungsmittelversorgung.

Straßen

Die Straßen führten oft durch unwegsames Gelände und waren im Sommer staubig und wenn es regnete verwandelten sie sich in Morast. Erst im Spätmittelalter wurden einige Straßen und Plätze gepflastert.

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