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Die Herstellung von Stahl (ahd. stahel, stál) als Schmiedeeisen war den germanischen Schmieden schon seit der römischen Eisenzeit bekannt. So wurden z.B. zahlreiche damaszierte Stahlschwerter im Nydamboot (320 n. Chr.) im Moorboden gefunden.

Beschreibung

Der Begriff Stahl = Stachel (acies) stamm von dem altdeutsch Wort stahel, stál, und seine Eigenschaften und Behandlung waren den germanischen Schmieden wohlbekannt. Seine Herstellung erfolgte aus besonderen Eisenerzen, zumeist aus den aus Spateisenstein (Siderit) entstandenen Brauneisensteinen. Diese Stahlerze finden sich besonders in den österreichischen Alpenländern Steiermark und Kärnten, in Thüringen bei Schmalkalden und im Siegerland. Hier wurde der Stahl geschmolzen und hier nahm die Eisen- und Stahlgewinnung zuerst den Charakter eines ständigen Gewerbebetriebes an. Der Stahlberg bei Schmalkalden soll seit dem Jahre 385 in Betrieb sein.

Eisenzeit

Im keltischen Noricum (Österreich) wurde Stahl schon in der vorrömischen (Latènezeit, 450-100 v. Chr.) und römischen Eisenzeit (0-200 n. Chr.) hergestellt , aber erst nach der Völkerwanderungszeit (374- 568), nachdem die Herrschaft der Germanen in der Steiermark gesichert war, begann angeblich 712 der ununterbrochene Bergwerksbetrieb am Erzberg bei Eisenerz. Eisen und Stahl vom steirischen Erzberg gingen nordwärts zur Donau, während der Stahl vom Erzberg bei Hüttenberg in Kärnten auf Saumtieren südwärts nach Italien gebracht wurde.

Frühmittelalter

Über die Eisen- und Stahlgewinnung im Siegerland sind urkundliche Nachrichten erst aus späterer Zeit vorhanden, es ist aber anzunehmen, dass die im Frühmittelalter berühmten kölnischen Schwerter aus Siegener Stahl geschmiedet wurden. Dieser bildete einen wichtigen Handelsartikel der Kölner, der besonders nach London ging, wo er in dem Kölnischen „Stahlhof" gestapelt und gehandelt wurde.

Dass Siegen im Frühmittelalter eine große Bedeutung für die Stahlherstellung hatte, wird auch dadurch untermauert, dass die Stadt als Heimat des kunstreichen Schmiedes Wieland genannt wird. Noch um 1136 bezeugt dies Geoffrey von Monmouth in seiner Vita Merlini: „pocula quae sculpsit Wilandus de urbe Sigeni".

Für die Elastizität der Stahlschwerter des Frühmittelalters gibt die Chronik des Kloster St. Gallen ein Beispiel. So empfing König Ludwig der Deutsche (um 806-876) von dem Normannenkönig mehrere Schwerter als Geschenk. Der König probte die Klingen mit seiner Hand stärker als Eisen auf ihre Spannkraft. Die eine zerbrach ihm in der Hand, eine andere aber bog er bis zum Griff wie eine Weidengerte zusammen und sie sprang, als er sie losließ, in ihre ursprüngliche Gestalt zurück.

Quellen

Einzelnachweise

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