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Stuttgarter Psalter

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Der Stuttgarter Psalter (Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Bibl. Fol.23) ist eine zwischen 820 und 830 in der Abtei Saint-Germain-des-Prés nahe Paris entstandene karolingische Bilderhandschrift. [1]

Beschreibung

Die Miniaturen aus dem Stuttgarter Psalter zeigen anschaulich Kleidung und Gerätschaften des 8. und 9. Jhs. Man erkennt gut die damals beliebte und vorherrschende Zusammenstellung der Farben in den Buchmalereien der Karolingerzeit, die allerdings auch einen Rückschluss auf die tatsächliche Farbgebung der Kleidung zuläßt.

Die Trachten und Gerätschaften in den Bildern erinnern noch an die Antike bzw. Spätantike, und sind typisch für einen Codex aus dem 8. bis 9. Jh. Doch ist die Schrift, die Behandlung der Malerei, die Architektur und die Art der Darstellung ist bereits vergleichbar mit späteren Buchmalereien aus dem 10. Jh. Dieses Pergamentmanuskript gibt sowohl für den Stand der Kunstentwicklung, als für Kleidung, Gebräuche und Gerätschaften jener Zeit einige wichtige Aufschlüsse und bildet eine der reichsten und interessantesten Quellen. [2]

Galerie

Bildbeschreibungen

Bl. 57v: Königspaar

Auf Blatt 57v (S. 118) sieht man ein Königspaar als Bild zu Psalm 45, Vers 10: „In Deinem Schmuck gehen der Könige Töchter; die Braut steht zu Deiner Rechten in eitel köstlichem Golde." Bemerkenswert ist hier, dass die Beinkleidung des Königs aus zweierlei Farben zusammengesetzt ist, was in diesem Manuskript sehr häufig vorkommt - ein Zeichen, in welch frühe Zeit bereits die später so beliebte Mi-Parti (farbliche Zweiteilung des Gewandes) zurück reicht.

Eben so häufig um diese Zeit, und besonders in diesem Psalter, erscheinen als Verzierung an verschiedenen Stellen der Kleidung, hier vorn auf dem Mantel, eckige und runde, eingesetzte Stücke aus anderem Stoff, die nach ihrer verschiedenen Art die Abstufungen der Stände bezeichneten, vergleichbar mit der Eigenheit der Byzantinischen Tracht der Spätantike (Bild). Die Kleidung der Königin ist schlicht anliegend, mit Borten und Steinen besetzt, wie man sie auch noch im 11. Jh. antrifft. [2]

Bl. 58r: Königstochter mit Gefolge

Auf Blatt 58r (S. 119) erscheint eine Königstochter mit Gefolge, als Bild zu Psalm 45, Vers 15: „Man führet sie in gestickten Kleidern, und ihre Gespielen, die Jungfrauen, die ihr nachgehen, führet man zu Dir." Die Fürstin hat eine Krone auf dem Haupt und eine zweite in der linken Hand, den Mantel mit einer Agraffe auf der Brust zusammengeheftet. Der Mann ist in Römerart gekleidet und trägt Schild und Lanze. Die Begleiterin hat die Haare mit Bändern umwickelt.

An der Architektur der Burg ist der romanische Stil bereits stark ausgebildet; bemerkenswert sind die hufeisenförmigen Bögen, die dem Orientalischen entnommen sind. Die Burg hat verschiedene Farben, wie auch um diese Zeit in der Wirklichkeit die Werke der Architektur bemalt waren. [2]

Bl. 83v2: Die Verkündigung Marias

Auf Blatt 83v (S. 172), die Verkündigung Marias, sieht man eine Ausschmückung des Psalms 72, Vers 6: „Er (Christus) wird herabfahren wie der Regen auf das Fell, wie die Tropfen, die das Land feuchten". Die hl. Maria erscheint in der Tracht einer vornehmen Frau der damaligen Zeit. Sie ist damit beschäftigt Garn zu spinnen. Die ausgebreiteten Hände zeigen das Staunen an, welches sie über die Ankunft des Engels befällt. Ihr Haar ist mit Bändern umwunden und mit drei darauf gesteckten Steinen verziert. [2]

Links

Quellen

  1. Wikipedia: Stuttgarter Psalter
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts (Internet Archive). Band 1-10 : nach gleichzeitigen Originalen. Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck. Frankfurt am Main : H. Keller, 1879. S. 14, Taf. 22.

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