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Thervingen

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Die Thervingen, bzw. Terwingen (Waldleute), waren ursprünglich ein Teilstamm der Goten und entwickelten sich später zu den Westgoten weiter. Sie selbst nannten sich die Vesier (die 'Guten, Edlen') bzw. Visigothi, ('edle Goten') und waren die namengebende und beherrschende Gruppe der "terwingisch-vesischen Völkergemeinschaft", die u.a. auch Taifalen und Sarmaten umfaßte.

Geschichte

Nach Auseinandersetzungen mit dem römischen Reich in Südosteuropa in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts spalteten sich die Goten in die Greutungen (später Ostgoten) und die Thervingen. 376 n. Chr. wurden die Thervingen in das römische Reich aufgenommen und als Verbündete betrachtet. Doch nachdem es zwischen ihnen und Rom zu Spannungen gekommen war, zogen sie unter dem Gotenkönig Athaulf ins Gebiet von Südgallien und gründeten dort (nun als Westgoten) 418 das Westgotenreich.

Dakien

Gegen Ende des 3. Jahrhunderts begannen die Thervingen Dakien zu besiedeln. Bis kurz vor Beginn der Hunnengefahr blieb die Situation, bis auf kleinere gelegentliche Raubzüge der Terwingen, ruhig. Konstantin der Große schloss 332 einen Vertrag mit den Donaugoten, die sich damit zur Waffenhilfe verpflichteten. Unter ihrem Anführer Athanarichs verschärften sich jedoch ab 365 die römisch-terwingischen Auseinandersetzungen wegen der schlechten Behandlung durch die römische Verwaltung.

Athanarich, der einen römischen Usurpator unterstützt hatte, wurde 369 vom oströmischen Kaiser Valens entscheidend geschlagen, konnte aber dennoch einen günstigen Vertrag aushandeln. Die mittlerweile begonnene Christianisierung der Thervingen (siehe Wulfila) führte zu Christenverfolgungen und der Bildung einer Opposition unter dem zum Arianismus übergetretenen Feldherren Fritigern gegen Athanarich. Obwohl Fritigern von Kaiser Valens unterstützt wurde, behielt Athanarich vorerst die Oberhand. Dies änderte sich jedoch mit dem Anwachsen der Hunnengefahr, die Athanarich nicht abwenden konnte. Große Teile der Thervingen flohen 376 unter Feldherr Fritigern mit Erlaubnis der Römer unter chaotischen Bedingungen ins Römische Reich.

Römisches Reich

376 n. Chr. wurden die Thervingen als kampfstarke Bundesgenossen in das römische Reich aufgenommen und sollten in Thrakien angesiedelt werden. Doch schon bald kam es zu Spannungen zwischen den beiden Völkern. Die Thervingen zogen unter ihrem Anführer Fritigern plündernd durch das Land, doch kurz darauf gewannen die Römer wieder die Oberhand in diesem Gebiet. In der Schlacht von Adrianopel um 378 n. Chr. schlugen die Thervingen die Hauptstreitmacht der Römer unter Kaiser Valens vernichtend. Nach Valens Tod sandte der neue römische Kaiser Theodosius I. frische Truppen nach Thrakien, die das Gleichgewicht wieder herstellten, so daß es 382 zu vertraglichen einer Einigung kam.

Donau und Balkangebirge

Die Thervingen / Westgoten wurden als Föderaten im heutigen Bulgarien angesiedelt. Doch bereits 391 kam es unter dem gotischen Anführer Alarich I. zu einem Aufstand gegen die Römer, der das von Theodosius ausgesandte Heer besiegte und plündernd durch Thrakien und Griechenland zog. Nachdem sie von dem römischen Feldherrn Stilicho geschlagen worden waren, erhielten die Thervingen 397 ein neues Föderaternrecht und wurden in Makedonien angesiedelt.

Doch der Waffenstillstand währte nicht lange und eine erneute Rebellion unter Führung von Alarich I. entflammte. Im Jahr 401 zog Alarich I. mit seinen Soldaten nach Italien. Der Konflikt zwischen den Thervingen und den Römern unter dem Feldherren Stilicho gipfelte 402 n. Chr. in der Schlacht von Verona, die für die Thervingen eine herbe Niederlage darstellte. Nach der Schlacht ließen sie sich in Illyrien (im Westen der Balkanhalbinsel) nieder, doch schon 408 n. Chr. überfiel Alarich I. die Gebiete der heutigen Steiermark, Sloweniens und Ungarns.

Italien und Rom

Nach dem Tode des römischen Feldherren Stilicho zog Alarich I. von Oberitalien aus plündernd bis vor die Tore Roms und begann die Stadt zu belagern. Nach gescheiterten Verhandlungen mit Kaiser Honorius verwüstete das Thervingenheer ganz Italien. Doch die geplünderten Gebiete konnten die Armee nicht ernähren. Es kam erneut zu Friedensverhandlungen.

Als als eine Gruppe von 300 römischen Soldaten selbständig einen Überraschungsangriff auf die Thervingen durchführte und ihnen dabei eine herbe Niederlage zufügte, brach Kaiser Honorius die Verhandlungen ab. Alarich, in seinem Stolz verletzt, zog zum wiederholten Mal südwärts. Er eroberte Rom schließlich im Jahre 410 n. Chr. und plünderte es drei Tage lang. Im selben Jahr starb Alarich I. auf dem Weg nach Sizilien bei Cosenza.

Westgotenreich in Gallien

Sein Nachfolger Athaulf führte die Thervingen nach Gallien, wo sie nun entgültig als Westgoten bekannt wurden. Nach weiteren militärischen Konflikten erhielten die Goten nach einer Niederlage gegen kaiserliche Truppen 418 einen neuerlichen Föderatenvertrag und wurden von Constantius III. in Aquitanien angesiedelt; dies war der Anfang des Gallischen Reichs der Westgoten um Tolosa (das heutige Toulouse).

Quellen

Wikipedia
Dieses Dokument basiert in seiner ersten oder einer späteren Version auf dem Artikel „Goten“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 3. Jul. 2012‎ und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


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