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Thietmar von Merseburg

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Thietmar von Merseburg (975-1018) war Bischof von Merseburg und Geschichtsschreiber der Ottonenzeit. Seine Chronik gilt als wichtige Quelle für die Geschichte des ostfränkisch-deutschen Reiches um die Jahrtausendwende. [1]

Beschreibung

Thietmar von Merseburg stammte aus dem Hause der sächsischen Grafen von Walbeck. 975 geboren wurde er u.a. im Kloster Quedlinburg und Magdeburg ausgebildet, 1002 Propst des Klosters Walbeck und 1009 Bischof von Merseburg, wo er 1018 starb.

Sachsenchronik

Um 1012 begann Thietmar die Ausarbeitung seiner Chronik, die er bis zu seinem Tode fortführte. Sie ist in der Dresdener Handschrift (Mscr. Dresd. R 147) im Original erhalten, die allerdings im 2. Weltkrieg stark beschädigt wurde [1]. Darin können Thietmars eigene überarbeitende und ergänzende Handschrift, sowie die von acht Schreibern, denen er diktierte, unterschieden werden. So gewinnt man einen seltenen Einblick in Thietmars geistige Werkstatt. Eine weitere Überlieferung in der Brüsseler Handschrift besteht in einer Abschrift aus dem 14. Jh.

In seinem Chronicon-Lebenswerk verzichtete Thietmar als Autor auf eine tiefere historische Bewertung oder strukturierende Gruppierung. Er verstand sich als asketisch christlicher Geist, der bereits unter dem Einfluss der neueren kirchlichen Reformtendenzen stand. Diese beeinflussten seine Sichtweise und machten ihn für Wunder, Traumdeutereien und Spukgeschichten als Vorzeichen des herannahenden Weltendes geneigt.

Persönliche Ansichten

Dem Wohl seines Bistums galt Thietmars besonderes Interesse; ihm zuliebe hat er vielleicht sogar zu einer in seinem Sinne höchst moralischen Urkundenfälschung gegriffen. Daneben aber steckte in ihm auch noch etwas von dem Standesbewusstsein des sächsischen Adels, und diese beiden Momente lassen ihn gelegentlich auch dem verehrten Herrscherhause kritisch gegenübertreten.

Sie erklären seine auffallende Anteilnahme an den Slawenkämpfen, wenn auch alle anderen Ereignisse, die das Heilige Römische Reich berühren, in einem buntem Wechsel vorbeiziehen, und gelegentlich selbst verfassungsgeschichtliche Beurteilungen, wie z. B. der Verhältnisse im burgundischen Reich, nicht fehlen. Um in seiner Chronik als historiographische Leistung ein Stück Vergangenheit in Momentaufnahme lebendig zu erhalten, war es nötig, dass Thietmar in all seiner asketischen Strenge auch ein Künstler war, der in schlichter Erzählung, ungestört durch Kritik oder Abstraktion, Geschautes und Gehörtes zu lebensvollen Bildern zu gestalten vermochte.

Werke

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Wikipedia: Thietmar von Merseburg
  2. Chronicon sive Gesta Saxonum (Geschichte der Sachsen). Thietmar von Merseburg, 1012-1018. In "Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters"; BSB

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