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Das Thorsberger Moor liegt in Süderbrarup (Schleswig) am Ortsausgang Richtung Norderbrarup, gegenüber dem Grabhügel Kummerhy. Dieser Kriegsbeuteopferplatz gehört zu den bedeutendsten archäologischen Fundstellen des südlichen Schleswig aus der Römischen Kaiserzeit. Die Funde sind in der Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums Schleswig und im Nationalmuseum Kopenhagen zu besichtigen.

Beschreibung

Vor 2000 Jahren war das Thorsberger Moor der größte und bedeutenste Opferplatz der Landschaft Angeln. Zahlreiche Tongefäße mit Weihegaben wurden hier geopfert. Die meisten und wertvollsten Gegenstände wurden um 200 n. Chr. geweiht: zahlreiche Waffen, Teile der persönlichen Ausstattung von Kriegern, darunter ein silberner Gesichtshelm, zwei vergoldete Zierscheiben, Kleidungsstücke, Münzen - vielleicht die Ausrüstung eines besiedelten Heerhaufens. Ausgegraben

Ausgrabungen

In den Jahren zwischen 1858 bis 1860/61 wurden aufgrund mehrerer Funde beim Torfabbau archäologische Grabungen durch den Vorgeschichtsforscher C. Engelhardt durchgeführt. Die Ausgrabungen umfassten eine Fläche von ca. 750 m2. Weitere Untersuchungen erfolgten im Jahr 1885 (Baggerungen), sowie 1895 und 1970 (Begehungen). 1997 wurde das Moor mit modernen Methoden, wie unter anderem mit geophysikalischen Messungen prospektiert, wobei das Ziel verfolgt wurde, die Ausdehnung der alten Grabungsschnitte aus der Mitte des 19. Jh. zu identifizieren und in ein modernes Meßsystem einzuhängen. Neben einigen rezenten Funden erbrachten diese Untersuchungen auch stark fragmentierte Holzobjekte.

Funde

Thorsberg Moor Reitermaske.jpg

Gesichtsmaske mit Kappe (Landesmuseum Schleswig)

Insgesamt sind aus dem Thorsberger Moor ca. 1800 Funde aus Bunt- und Edelmetallen, Holz, Leder und Keramik erfasst. Aufgrund des niedrigen pH-Wertes des Moores haben sich Gegenstände aus Eisen und Knochen nicht erhalten. Die meisten der ehemals niedergelegten Gegenstände wie z.B. Waffen in Form von Lanzen, Speeren und Schwertern und die Ausrüstungen der einfachen Soldaten sind jedoch mit Sicherheit aus Eisen gefertigt worden.

Es lassen sich daher nur Vermutungen anstellen, wie hoch die Anzahl der hier tatsächlich geopferten Objekte war. Hochrechnungen aufgrund von Vergleichen mit ähnlichen Fundplätzen weisen auf eine Anzahl von ursprünglich 14.000 Gegenständen hin. Darunter sind Beschläge einer Schwertscheide, eine Gesichtsmaske aus Silber, zerschlagene Schildbuckel, Teile von Pferdegeschirr, silberne „Spangenkappe“ (teils vergoldet) und Zierscheiben.

Quellen

Einzelnachweise

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