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Vielknopffibeln mit ihren sieben oder mehr Knöpfen gehören zu den Bügelfibeln und sind eine späte Entwicklungsform der Fünfknopffibel.

Beschreibung

Ein schönes Beispiel einer Vielknopffibel ist die mit Almandinen verzierte schöne italienische Fibel in Abb. 59. Eine späte Hauptserie der Vielknopffibeln, die sich aus den Fünfknopffibeln entwickelte, hat ein ovales Fußstück und viele Knöpfe, die nicht selten aus einem Stück mit der Fibel gegossen sind (Abb. 64). Sie wurden hauptsächlich in Österreich, bisweilen in Italien und Deutschland gefunden, dagegen nicht in Frankreich und England.

Charakteristisch ist es, dass die Grundform dieser Art Bügelfibeln von frühester christlicher Periode bis ins 11. Jh. den antiken oder römischen Typus der Fibel mit umgeschlagenem Fuß zeigen, während die oft auf das feinste ausgeführte Ornamentik enge Verwandtschaft mit dem orientalischen Stil hat.

Auch ist noch besonders hervorzuheben, dass dabei verschiedene Arten der Technik erscheinen, die man eigentlich für viel spätere Erfindungen erachtete, wie z.B.: die verschiedenen Mischungen der Metalle, der Feuervergoldung, Glasfluss, Gravierung und Niellierung oder die durchsichtige und undurchsichtige Emaillierung. [1]

Tragweise

Bei den Vielknopffibeln wurden die vorspringenden Knöpfe an die Enden des Mantels aufgenäht, wobei der verlängerte, abwärts stehende Teil der Fibel, mit der Nadel an der Rückseite auf einer anderen Stelle des Mantels angeheftet wurde. In südgermanischen Gräbern des Frühmittelalters fand man öfters eine solche Agraffe an der Schulter, die andere in der Gegend des Knies ober auch beide an letzterem Ort; ein Zeichen, dass eine Fibel auf der Schulter befestigt wurde oder durchaus auch beide an den Mantelenden herabhingen. [2]

Galerie

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts (Band 1) : nach gleichzeitigen Originalen. Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck. Frankfurt am Main : H. Keller, 1879. Taf. 012g.
  2. W. L. Lindenschmit, Das germanische Todtenlager bei Sazen in der Provinz Rheinhessen. Mainz, 1848.

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