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Viken bzw. Vika (deutsch: Bucht) war im Mittelalter ein Kleinkönigreich im südöstlichen Norwegen. Viken mit der historischen Hauptstadt Borre liegt im Oslofjord bzw. Christianfjord und umfasst die historischen Provinzen Vestfold, Østfold, Ranrike, Vingulmark und Bohuslän. [1]

Beschreibung

Viken liegt an der großen Meeresbucht im Süden von Norwegen, die sich zum Fjord von Oslo oder Kristiania verengt und die Vik oder Vikin, eigentlich "die Bucht", genannt wurde.

Die Bewohner dieser Landschaft waren die Vikverjar bzw. Vikverir. Einer These zufolge stammt von ihnen die Bezeichnung "Wikinger" als einer „Person von Viken“. Der Name "Vikverjar" ist eine Sammelbezeichnung für verschiedenen Gruppen nordgermanischer Stämme. Zu ihen gehören u.a. die Granii, Raumar und Ranriki.

Handelswesen

→ Hauptartikel: Norwegischer Handel

Die Landschaft Viken (und vor allem der westliche Teil davon, Westfold am Kristianiafjord) traten im Norwegischen Handelswesen besonders hervor. So lag z.B. beim heutigen Larvik, in der Nähe eines großen Heiligtums, Skiringssal, der älteste Handelsplatz Norwegens. Dieser verschwand um 900 und wurde von Túnsberg, der ältesten norwegischen Stadt, abgelöst.

Nicht weit von Túnsberg wurden die bekannten Wikingerschiffe von Oseberg und Gokstad gefunden. Darin fand man Sachen, die von einem friedlichen Handelsverkehr mit dem Frankenreich und Irland zeugen, darunter Früchte des Färberwaids, Samenkörner der Kresse, eine Walnussschale und ein hölzerner Weineimer, dessen Henkel aus Bronze und mit zwei emaillierten Figuren versehen ist.

Hochmittelalter

Im Handelswesen des Hochmittelalters verkehrten nach der Heimskringlasaga um die Wende des 10. und 11. Jhs. auch sächsische Kaufleute in Viken. Die Bewohner Vikens selbst trieben Handelsschifffahrt nach Dänemark, Sachsen, Flandern und England. [2]

Die Sagas nennen eine Reihe von Großbauern und Häuptlingen aus Viken, die im 10. und in der ersten Hälfte des 11. Jhs. mit Dänemark, Gotland, Russland, Island und den Färöer Inseln Handelsverkehr unterhielten. Sogar nach Rouen segelten Kaufschiffe [3]. Vor allem war aber die Verbindung mit den benachbarten schwedischen Landschaften, die aus Viken Hering und Salz bezogen [4], und mit Dänemark lebhaft.

Von Viken (um 1015) heißt es in der Ólafs saga helga der Heimskringla (c. 64): „Das Land wurde sowohl im Winter als auch im Sommer von vielen dänischen und sächsischen Kaufleuten besucht; die Einwohner von Viken machten auch selbst oft nach fremden Ländern Kauffahrten, nach England, Sachsen, Flandern und Dänemark." [5]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Viken
  2. Hoops, RdgA. aaO. Bd. II, S. 407 f. (Art. Handel, § 72.)
  3. Heimskringla: Ólafs saga helga, c. 146
  4. Heimskringla: Ólafs saga helga, c. 61
  5. Hoops, RdgA. aaO. Bd. II, S. 424 ff. (Art. Nordischer Handel; § 19.)

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