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Wein

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Ursprünglich kommt die Technik des Weinanbaus aus dem Mittelmeerraum, wo der Wein schon in der Antike hohes Ansehen genoss. Im Mittelalter breitete sie sich auch bis in die nördlichsten Regionen des französischen Gebietes aus. Wichtige Anbauflächen waren Lille, Caen, Beauvais und Rennes. Diese Städte waren fast ausschließlich von Weinstöcken umgeben. Wenn das Wetter eine reiche Ernte zuließ, stand der Wein auf allen Tafeln. Von Bauern bis zum Adeligen tranken alle Stände des Mittelalters Wein in großen Mengen. Pro Person wurden am Tag ca. 1-2 Liter getrunken.

Geschichtliches

Nach Tacitus kauften bereits die Rheingermanen Wein: "Als Getränk dient eine Flüssigkeit aus Gerste oder Weizen, in eine gewisse Aehnlichkeit mit Wein umgefälscht; die Nächsten im Uferland erhandeln sich auch Wein." (Germ. 23) [1] Angebaut wurde er von Germanen allerdings nicht vor dem 3. Jh. Die Sueben sollen ihn nach Caesar (B. G. 4, 2) sogar verboten haben und noch in der fränkischen Zeit gab es Leute, die ihn als fremdes Getränk verschmähten. In Norwegen konnte er später von einem König verboten werden. Man trank ihn auch und zwar, wenn wir den Ritterepen glauben dürfen, gerade bei Festgelagen gern gewürzt und versüßt, was schon Römersitte und so auch bei fränkischen Vornehmen üblich war. [2]

Wein im Mittelalter

In Italien wurde noch mehr und noch regelmäßiger Wein genossen, da die Ernte nicht so sehr von den meteorologischen Bedingungen abhing. Auch im Mittelalter gab es gute und schlechte Weine. Die armen Leute in der Stadt fanden am Markt billige Weine, die aber von minderer Qualität waren. Dieser wurde auch als "Nachwein" (piquette) bezeichnet. Er wurde durch nochmaliges Auspressen der Traubenreste gekeltert. Die erste Pressung ergab den "Muttertropfen", der für die Tafel des Reichen und des Adeligen bestimmt war. Oftmals war der billige Wein nur mit Wasser verdünnter Essig, der vor allem den toskanischen Bauern als Weinersatz diente.

Es wurden hauptsächlich französische Weine auf den Märkten des Nordens verkauft. Es setzten sich Weine aus Bordeaux und Burgund an den aristokratischen und bürgerlichen Tafeln Nordeuropas durch, da diese sehr jung zu trinken waren und wenig Alkohol enthielten. Die Italiener importierten kaum französischen Wein. Sie gaben sich anscheinend mit lokalen Sorten zufrieden, da diese etwas voller im Geschmack waren. Allerdings hegten sie, wie ihre nördlichen Nachbarn, ebenfalls eine gewisse Zuneigung zu den griechischen Likörweinen. Das ganze christliche Abendland importierte Süßweine aus Kreta, Tyros und Zypern. Die zyprischen Weine erfreuten sich in Frankreich großer Beliebtheit. Sie waren aber nur den reichen Ständen vorbehalten, da sie sehr teuer waren. Zum Essen wurde der Hippokras bevorzugt, ein Wein, der mit Zucker und Honig gesüßt und stark gewürzt wurde.

Die Wahl des Weines wurde hauptsächlich von der sozialen Zugehörigkeit, vom Alter und der körperlichen Verfassung abhängig gemacht. In den höheren Ständen wurden Weißweine bevorzugt, da diese raffinierten Weine mehr den Geist "reinigten". Die fruchtigen Rotweine kamen mehr der Händearbeit zugute. Das liegt wohl daran, dass sie die Billigeren waren. Auch in der Medizin galt der Wein als Heilmittel, das vor allem bei älteren Menschen die Melancholie vertreibt.

In der Tradition des Hippokrates wird der Wein als nahrhaft angesehen, über den Aldebrandin von Siena sagte. "Wer solchen Wein in Maßen trinkt, nach den Forderungen und Möglichkeiten seines Naturells Lind nach den Sitten, Ländern und Jahreszeiten, dem verleiht er gutes Blut und gute Farbe und guten Geschmack, er verstärkt auch alle Tugenden des Leibes und macht den Menschen glücklich, gutmütig und wohlredend." [3]

Weinhandel

Der Wein war in der Römischen Kaiserzeit (1 bis 375 n. Chr.) der lukrativste Gegenstand des römischen Handels in Germanien. Er wurde gemäß Tacitus bereits im 1. Jh. aus der Provinz mindestens zu den an der Grenze wohnenden Völkern eingeführt [4]. Auch während der folgenden Jahrhundert fand eine starke Einfuhr von Wein statt. In der obergermanischen Provinz war an der Mosel, in der Pfalz und rechtsrheinisch im nördlichen und südlichen Gebiet des Dekumatenlandes der Weinbau schon seit dem 2. Jh. und der ersten Hälfte des 3. Jh. verbreitet.

Zahlreiche in dem größten Teil Norddeutschlands und in Dänemark gefundene Bronzekasserolen mit Sieb (und Glasbecher) samt anderem metallenen oder metallbeschlagenen Trinkgeschirr verschiedener Art bezeugen seit dem 2. Jh. den Weingenuß im Innern Germaniens - und damit den Weinhandel. Aus der Bemerkung Prokops (BG. 2, 15), daß die Scritefinnen keinen Wein tränken, läßt sich entnehmen, daß die Nordgermanen ihn durch Einfuhr bezogen. Die Einfuhr geschah auf Landwegen und zur See längs der Nordseeküste. Mit dem Wein wurden Glasbecher und Terra Sigillata-Gefäße importiert. [5]

Im Frühmittelalter nennen die Quellen besonders Elsässer Wein als Handelsware. Die Friesen kauften ihn im Ursprungsgebiet und schafften ihn zur Küste hinab; in Dorstat wurde er im kleinen verkauft und über See nach Nordeuropa und England exportiert. Wein von Bozen (vinum Bauzanum) gelangte regelmäßig in größerer Menge nach Freising, allerdings nicht oder nicht ausschließlich als Handelsgut.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Tacitus, De origine et situ Germanorum (Germania). Übersetzung "Die Germania des Tacitus"'. Anton Baumstark: Freiburg 1876. Digitalisat auf Wikisource.
  2. Hoops. RdgA. aaO. Bd. II, S. 231 ff. Art. Geselligkeit.
  3. Lehnswesen.de: Ernährung
  4. Tacitus, De origine et situ Germanorum (Germania). Übersetzung "Die Germania des Tacitus". Anton Baumstark: Freiburg 1876. Digitalisat auf Wikisource. Kap. 23)
  5. Hoops. RdgA. aaO. Bd II, S. 389 f.

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