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Das Ynglingatal ist ein skaldisches Stammbaumgedicht über das schwedische Adelsgeschlecht der Ynglingar, die Hauptlinie der schwedischen Sagenkönige. Gemäß Snorri Sturluson wurde das Ynglingatal von dem norwegischen Skalden þióðolfr ór Hivni um 870 verfaßt: ein Datum, das mit guten Gründen angefochten wird.

Beschreibung

Das Ynglingatal zählte, den verlorenen Eingang mitgerechnet, 29 Generationen der schwedischen Sagenkönige auf, jede bekam 1-2 Strophen; also nur Skizzen, erweiterte Grabinschriften, keine epische Erzählung. An dieses literarische Skelett schlossen sich von Anfang ergänzende Prosastückchen an.

Snorri rundete diese lose Überlieferung ab und stilisierte sie zu der Ynglingasaga, dem vorgeschichtlichen Teil seines Königsbuchs Heimskringla. Die reine Stammtafel, zum Teil in älterer Ordnung, taucht auch mit knappen Sätzen in der Historia Norwegiae auf.

Königlicher Stammbaum [1]

  • 01. Odin
  • 02. Njörðr
  • 03. Freyr
  • 04. Fjölnir
  • 05. Svegder (Sveigðir)
  • 06. Vanland (Vanlandi)
  • 07. Visbur (Vísburr)
  • 08. Domalde (Dómaldi)
  • 09. Domar (Dómarr)
  • 10. Dygve (Dyggvi)
  • 11. Dag (der Weise) (Dagr Spaka)
  • 12. Agne Skjafarbonde (Agni)
  • 13. Erik und Alrik (Alrekr and Eiríkr)
  • 14. Yngve und Alf (Yngvi and Álfr)
  • 15. Jorund (Jörundr oder Eorund) und Erik
  • 16. Ane (oder Aun)
  • 17. Egil (oder Angantyr)
  • 18.Ottar Vendelkråka (anord. Óttarr)
  • 19. Adils (der Mächtige), Athislus (Aðils)
  • 20. Eystein (oder Østen)
  • 21. Yngvar (Yngvarr, Ivar der Beinlose, König von Irland)
  • 22. Anund (manchmal Önund bzw. Önundr oder als Doppelname Brót-Anund)
  • 23. Ingjald Illråde (Ingjaldr)
  • 24. Olaf Trätelgja bzw. Olof Trätälja
  • 25. Halvdan vitben (Hálfdan, Halvdan Weißbein)
  • 26. Halvdan
  • 27. Gudröd (Guðröðr)
  • 28. Olof Geirstadaalf (Ólafr)
  • 29. Ragnvald hederhög (Rögnvaldr)

Herkunft

An die Fülle einer richtigen Saga reichen nur einzelne Stücke von heran. Wieviele dieser Könige einst in epischer Form dastanden, in welchem Umfang ein Grundstock altschwedischer Dichtung anzunehmen ist, bleibt dunkel. Die Isländer jedenfalls kannten seit alters die Ynglingar-Stoffe nur in diesen Auszügen, außer wo dänische Sagen in die Kreise der Ynglingar übergriffen (bes. Helgi-Yrsa, Hrólfr kraki).

Spärliche Anleihen aus der Ynglingar-Reihe zeigt der jüngere Heldenroman der Gautrekssaga (c. 7). Von den Vielen Schwedenkönigen Saxo Grammaticus's sind die wenigsten nach Namen und Taten zu kontrollieren; der einzige Yngling, der kenntlich hervortritt, Adils (19), steht innerhalb dänischer Sagen (siehe auch Alricus).

Von den 29 Gliedern der Ynglingar-Tafel enthalten die 10 ersten Mythische und Gestalten der Volkssagen, die sechs letzten historische Legende. Zur Heldendichtung darf man die 13 mittleren stellen, von Agni bis Ólafr tretelgia, die sich durch vokalischen Anlaut abheben. Unter den Motiven treten Bruderzwist (zweimal) und Vaterrache (dreimal) hervor; daneben auch viel äußere Stammeskriege: die Feinde sind Finnen, Esten, Dänen, auch Norweger.

Parallelen und Unterschiede

Nur ein kleiner Ausschnitt der Königskette wird durch die Beowulfsaga bestätigt (s.a. Gautensagen). Ottarr (18) ist der Vater Adils' (19), der den König der norwegischen Upplönd, Áli, in der Schlacht tötet. Dem entspricht im Beowulf.: "Ohthere ist der Vater des Eadgils, der seinen Oheim Onela besiegt und tötet". (Die Entsprechung Adils -> Eadgils ist ungewiß).

Aus einer Sippenfehde wurde hier, gegen die sonstige Neigung, ein Kampf mit dem Stammfremden; wahrscheinlich weil man das schwedische Uppland auf das norwegische Oppland umdeutete. Ferner findet Eadgils Unterstützung durch die Gauten einen Nachhall; und Ongentheows Fall durch die zwei Brüder Wulf und Eofor scheint sogar zwiefach nachzuwirken:

Darin, dass Ottar (18), nach anderer Tradition aber (Ari) sein Vater Egill durch zwei dänische Jarle Vǫttr und Fasti umkommt, sowie darin, dass der Schwede Athislus (19) bei Saxo Grammaticus den jütischen Brüdern Keto und Vigo erliegt. Weitere Übereinstimmungen sind äußerst unsicher. Auch zwischen Ongentheow und den drei Angantyr (für *Anganþéer?) der Tyrfingsagen besteht kein sachliches Band.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Ynglingatal – Wikipedia

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